Jessica Gall - Riviera

Samstag, 19. Jan. 2013  20:00 Uhr  Scenario Halle

Jessica Gall - Riviera

„Eine aufregende Entdeckung“ (Frankfurter Rundschau)

Ist es ein Geheimnis, dass einige der besten Songsder Pop- und Jazzgeschichte am Meer entstanden? Das gleißende Licht am Strand,das Glitzern der Wellen, die frische Meeresbrise beleben die Inspiration,öffnen die Räume der Vorstellungskraft... Für ihr aktuelles, drittes Opus„Riviera" hat sich die Berliner Sängerin Jessica Gall mit ihrem Produzenten Robert Matt durch Küstenszenerien von Florida bis zur Adria beflügeln lassen. Entstanden ist ein wunderbar intimes Meisterwerk aus Fernweh, Weite und Sehnsucht.

Allein im Klang des Wortes „Riviera" steckt für viele das Bild schlechthin von unbeschwertem, mediterranem Lebensgefühl. Jessica Gall hat Küstenlinien gleichin mehreren Ländern aufgesucht: „Als Robert Matt und ich anfingen, an diesem Album zu schreiben, waren wir gerade an der amerikanischen Ostküste . Dort am Strand haben wir die ersten Ideen gehabt. Viele weitere Songs sind ebenfalls am Meer entstanden, auch später dann in Nizza, und an der vertrauten mecklenburgischen oder türkischen Riviera."

Auch wenn die Sängerin mitten in Berlin geboren ist, zog es sie von klein aufimmer in die Nähe zur Natur: „Ich war schon als junges Mädchen immer die, die mehr die Bäume liebte als nette Cafés, Veranstaltungen, Menschenmassen", erinnert sie sich. „Ich suche immer die Weite, die Einsamkeit, ich kann gar nicht anders. Natur inspiriert mich." Diese Weite, sie drückt sich auch in ihrer Vorliebe für Südstaaten-Stilistik aus, die in den wunderbaren Songs von „Riviera" stets im tiefen Atem der Stücke, in den Sounds der Pedal Steelpräsent bleibt, wie auch schon auf dem Vorgänger „Little Big Soul." Dabei beschränkt sie sich etwa keineswegs auf ein Country-Fahrwasser, sondern knüpft den räumlichen, ruhigen Grundton unverkennbar an die Feinheiten des Jazz vokabulars.

Anders als bei ihren letzten beiden Alben schöpfte sie die Musik für „Riviera"nicht mit einem größeren Team aus verschiedenen Musikern, sondern vertraute imT eamwork ausschließlich auf den Pianisten und Produzenten Robert Matt, mit dem sie auch einige neue Studiofinessen auslotete: "Wir haben oft mit akustischenS ounds experimentiert, etwa mit Loops, die wir aus dem Klang von Tellern oder den angeschlagenen Saiten des Flügels gebaut haben." Gerade in der intensiven Produktionsarbeit ist zu spüren, dass die Sängerin im letzten Jahr durch einenachdenkliche Zeit gegangen ist.

Nach wie vor steht im Zentrum natürlich die Vokalkunst. Jessica Gall hat zwar an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Jazz studiert, doch von Beginnlegte sie Wert darauf, sich auch Freiheiten in Richtung Pop herauszunehmen und so zu einer ganz individuellen, vielschichtigen Sprache zu finden, von der auch „Riviera" in jedem einzelnen Song lebt. Ihr innerliches, delikates Timbrespiegelt ein reiches Spektrum von Gefühlszuständen. „Shouten oder Belten liegt mir nicht, am Echtesten komme ich rüber, wenn ich mit meiner Stimme Geschichtentr ansportieren kann", gibt sie zu.

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