Fjarill

Freitag, 22. Feb. 2013  20 Uhr  Scenario Halle

Fjarill

Aino Löwenmark (Voc, Piano) Hanmari Spiegel (Violin, Voc)

„Sie sind wirklich gewachsen – und sie wachsen weiter." Nein, Aino Löwenmark und Hanmari Spiegel sprechen nicht von Blumen oder Bäumen, sie erzählen von ihren Kindern. Ganz besonderen Kindern, die immer weiter wachsen, ohne doch jemals erwachsen zu werden: Iihren Liedern. Jenen wunderbaren, tönenden Schmetterlingen (denn eben dies bedeutet ihr schwedischer Bandname Fjarill), die sich in zeitlosen Sphären zwischen kammermusikalischem Folk und Weltmusikpop mit Jazz einsprengseln bewegen – und die doch bei jedem Konzert neue Klangwege einschlagen. Vor allem dann, wenn das Duo sich ohne Band auf die Reise macht wie auf ihrem neuen Album „Live in Hamburg": „Zu zweit sind wir ganz frei", sagt die 38-jährige Spiegel. „Wir können viel mehr improvisieren – und auch lange Momente der Stille auskosten."

In dieser Stille, oder viel mehr dem Mut, eben diese Stilleauszuhalten, liegt dann auch eines der Geheimnisse der Faszination, die von Fjarills Musik ausgeht: Ein Lauschen nach den Tönen der anderen, „ganz genau hinzuhören: Was macht sie gerade?",erklärt die Geigerin. „Wohin geht das Stück? Wer setzt den nächsten Ton?" Ein Spiel mit der Stille wie der Improvisation, das ihre Lieder wachsen lässt und ihr Konzert publikum immer wieder aufs Neue fasziniert. Weshalb sich die beiden Wahlhamburgerinnen entschlossen, nach drei Studio-Produktionen nun ein Live-Album aufzunehmen.Neben vertrauten Titeln, die hier jedoch in ganz anderen Gewändern daherkommen,sind mit „Limu Limu Lima" und „Luister" zwei kompositorische Neuzugänge dabei. „Wir sind im Laufe der Jahre immer sensibler und offener geworden für die Musik, die kommen möchte",sagt Spiegel. Aino Löwenmark führt den Gedanken fort: „Mittlerweile geben wir diesen sich aus dem Moment entwickelnden musikalischen Gedanken viel mehr Raum – die waren früher zwar schon angelegt,aber noch ein wenig wie ungeboren."