LAUSCH.ATTACKE no. 4 / Bled White

Freitag, 16. Mai. 2014  20:30 Uhr  Scenario Halle

LAUSCH.ATTACKE no. 4 / Bled White

Support: PETITE ROUGE

BLED WHITE trägt schon einen Widerspruch in sich. Du hast das Rote, das Blut als Urstoff des Lebens, Träger von Leidenschaft und auf der anderen Seite Weiß als die Nichtfarbe, die doch alles in sich vereint als Reinheit, als Unschuld, als leere Leinwand und damit als Aufforderung selbst zu fühlen.

BLED WHITE spielt musikalisch mit diesen Widersprüchen. Die Songs sind vielleicht desillusioniert, sollen aber nicht desillusionieren. Wie Filme von Fellini oder Godard. Ästhetisch, aber wahr. Letzterer sagte einmal: "Das ist kein Blut, das ist Rot." Christian Kuehn, der Kopf des Projekts, ist Vertreter einer Generation, die durch filmische und literarische Vorbilder belastet,seine Realität durchwandert, prüft, beschreibt, aber nie verklärt. Doch erstellt fest, dass die Dinge nicht gut stehen. Ausgeblutet. Dennoch sind sie des Lebens und der Liebe wert. Dies spiegelt sich auch im Sound: Als Architekt von großen Soundwänden, die er im nächsten Moment zusammenfallen lässt, im musikalischen Spektrum von Akustikballaden, düsterem Elektrofolk, großspurigen Streicher Pathos und Synthie-Pop-Anleihen. Songs, die entrückt sind und entrücken. Die Melancholie in Sinfonie steht dabei immer im Gegensatz zur entwaffnenden Vertrautheit und einem optimistischen Finale. Sterblichkeit und Sentimentalität für das was ist, war oder sein wird.

PETITE ROUGE  Ist eine Stimme aus Glas durchsichtig?
Nein. Weil wenn man die Augen zumacht, sieht man sie. Eine Stimme aus Glas ist klein und rot und schafft unübertreffliche Klarheit. Hinter den Dingen des Alltags findet sie ihre fragilen Klanggerüste und pulsierende Bässe. La Petite Rouge. So heißt Antonia Rug wenn sie sich mit ihrer Musik der Wahrhaftigkeit nähert. Sie wohnt im großen Wohnzimmer zwischen Electronic und Folk und lässt hin und wieder einen Moment los, genau dort, wo sich Melancholie und Endlosigkeit treffen. La Petite Rouge öffnet Welten. Und das vor allem deshalb, weil es noch so viele zu entdecken gibt."