Ballett Theater Lüneburg (D) „Kaspar Hauser“

Sonntag, 23. Nov. 2014  20 Uhr  Scenario Halle

Ballett Theater Lüneburg (D) „Kaspar Hauser“

Tanzstück von Olaf Schmidt

 
AUSVERKAUFT

„Triumph der Tanzkunst“ (Landeszeitung Lüneburg)

Wie aus dem Nichts tauchte Kaspar Hauser 1828 in Nürnberg auf, verbrachte etwas mehr als fünf Jahre im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit und starb mit (vermutlich) 21 Jahren an den Folgen einer Stichverletzung. Im Mittelpunkt von Olaf Schmidts Annäherung steht Kaspars Gefühlswelt, die Frage nach seiner wahren Identität gerät darüber bewusst in den Hintergrund. Das Tanzstück basiert einerseits auf den historisch belegten Fakten zu Kaspar Hauser und formt dessen Lebensstationen zu chronologischen Bildern. Andererseits lenkt Schmidt (in Karlsruhe bestens bekannt als ehemaliger Ballettschef des Badischen Staatstheater) den Blick auf die Gefühlswelt des Jungen. Mit den besonderen Mitteln des Tanzes verwebt er mehrere Möglichkeitsebenen zu Visionen einer Vergangenheit und der Sehnsucht nach Geborgenheit bei einer Mutterfigur.

Auch 180 Jahre nach seinem Tod ist das Rätsel um Kaspar Hauser nicht gelöst und die Faszination um seine Figur ungebrochen. Unzählige Aufsätze und Bücher wurden über ihn geschrieben. Fünfeinhalb Jahre spielte sich das Leben des begabten Wolfskinds in einer ständig wachsenden Öffentlichkeit ab. Bis zu Hausers geheimnisvollen Tod im Jahr 1833 rankten sich die unterschiedlichsten Theorien um seine Herkunft: War er ein Prinz, ein wiedergeborener Atlantis-Bewohner, eine Art edler Wilder, ein «Kind Europas»? Oder ein Betrüger oder eine Art Leinwand, auf die seine Zeitgenossen ihre biedermeierlichen Fantasien projizierten? Hat er sich aus Geltungssucht selbst verletzt? Oder war das größte Rätsel seiner Zeit bis zu seinem Tod sich selbst ein Rätsel?

Konzeption, Choreographie: Olaf Schmidt

Tanz: Ewelina Kukuschkina, Shirley-Cordula Meissner, Giselle Poncet, Katerina Vlasova, Francesc Fernández Marsal, Kilian Hoffmeyer, Matthew Sly und Phong Le Thanh

Musik: Franz Schubert, Dimitri Shostakovich, Philip Glass, Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach

Kostüme: Heide Schiffer

Bei der Uraufführung am 18. Januar zeigten sich Publikum und Presse begeistert. Hans-Martin Koch feierte Olaf Schmidts KASPAR HAUSER als „Triumph der Tanzkunst“, Schmidt „hat es zu einem fesselnden und berührenden Stück Tanztheater geformt. Mit dieser Produktion erreicht die kleine Lüneburger Compagnie eine neue Stufe der Qualität. ... KASPAR HAUSER hat eine bezwingende Dichte und wird schon zur Pause gefeiert ... So nah am Hier und Heute war Lüneburgs Tanztheater nie. So darf, so wird es weitergehen.“ (Landeszeitung Lüneburg, 20.01.2014) Annette Bopp freut sich auf tanznetz.de über „einen großen Wurf auf kleiner Bühne" und „eine Bewegungssprache, die traditionelle Gestik mit völlig neuen Elementen vermischt – das wird nie langweilig, und es trifft immer das Wesentliche". (24.1.2014)